Kapitel 4, Anna und Ramon auf der Trutz von Neersand

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  Unter Deck hatte Anna zusammen mit dem Bordmedicus das gebrochene Bein Ramons gerichtet und geschient. Als Branjew verschwunden war, um sich den zahlreichen anderen Verwundeten des blutigen Gefechts zuzuwenden, kamen ihr die Tränen. Was war bloß los mit ihr? Sollte das Liebe sein? Bisher hatte sie immer nur mit Männern gespielt und auch diesmal hatte sie versucht, ihre unerwartet starken Gefühle für den Südländer zu unterdrücken. Doch als Ramon in seiner Koje schwer verwundet vor ihr lag, brach es ihr fast das ansonsten eiskalte Herz. Sie legte ihre Hände auf den Bruch und murmelte eine Zauberformel.
  Keine Minute später erwachte der Verletzte und richtete sich mühsam auf. Wie durch einen Schleier – Branjew hatte ihm ordentlich Rum zur Betäubung verabreicht – erkannte er Anna und blickte in das hübsche Gesicht seiner Liebsten. „Danke, Anna.“, lallte er, vom Alkohol noch stark benebelt. „Eigentlich wollte ich dich doch retten.“ Dann kippte Ramon benommen und betrunken zurück in seine Koje. Anna streichelte ihm still weinend über die Stirn. Ja, keine Frage, sie hatte sich in den feschen Südländer bis über beide Ohren verliebt. Die junge Magierin musste lächeln, als sie eine schwarze Locke aus seinem schweißnassen Gesicht strich.